Red Bull Romaniacs 2022: Graham Jarvis gewinnt Offroad Tag 1

Staub, Hitze und eine Horde junger  Enduro Asse lassen den König der Karpaten kalt.

Mit dem Sonnenaufgang startete der erste Offroad Tag der 19. Red Bull Romaniacs 2022. Die Trackmanager zeigten keine Gnade und nach einem kurzen Warm Up wartete schon der erste Gold Loop auf die Fahrer der FIM Hard Enduro Weltmeisterschaft. Doch damit nicht genug, für die ”Live Maniacs” Übertragung mussten die Fahrer der Gold Klasse den “Babysitter” gleich dreimal hintereinander bezwingen. Die Sektion begann mit einem heftigen Steinfeld, das steil bergauf in Richtung Wald führte. Dort angelangt ging es im typischen Romaniacs Zick-Zack immer weiter nach oben. Schmal und steil, gespickt mit Wurzeln und Steinen schlängelte sich der Pfad nach oben und wurde dabei immer steiler und steiler. Wie erwartet spielten auch die Hitze und der extrem trockene Boden entscheidende Rollen. Der Staub beeinträchtigte die Sicht und erschwerte das Überholen ungemein. Die Trockenheit machte es rutschig und sorgte dafür, dass die Fahrer ständig auf der Suche nach jedem bisschen Traktion waren.

Nach drei Runden am “Babysitter” ging es auf der restlichen Strecke genauso heftig weiter. Bis zum Servicepunkt reihten sich die Gold Loops wie die Perlen an einer Kette auf. Darunter einige bekannte Sektionen wie “Kill’em all”, und die Galindo Ridge. Besonders die neueste Gemeinheit namens “Perla” verlangten den Fahrern alles ab. Erst nach über drei Stunden Fahrzeit erreichten die schnellsten Fahrer der Gold Klasse den Service Point und hatten sich eine kurze Verschnaufpause mehr als verdient.

Manuel Lettenbichler (DEU, KTM) musste die Etappe eröffnen und wollte mit einer aggressiven Strategie vom Start weg versuchen dem Staub zu entkommen. Die Flucht nach vorne wurde jedoch schon früh von technischen Problemen eingebremst. Beim Tausch der Kupplung verlor er noch mehr Zeit, der Super Gau folgte jedoch später. Gemäß dem FIM-Regelwerk gab es für unerlaubte Hilfe noch zwei Stunden Zeitstrafe oben drauf. Damit ist der Traum vom vierten Romaniacs Sieg in Folge bereits ausgeträumt.


Wie bereits im letzten Jahr, präsentierte sich Graham Jarvis (GBR, HQV) zu den Red Bull Romaniacs in Topform. Der “Silent Assassin” machte seinem Spitznamen heute wieder alle Ehre. Nach einem ruhigen Prolog startete der 47 jährige Engländer als elfter am ersten Offroad Tag. Still und heimlich kämpfte er sich immer weiter nach vorne und im Ziel folgte die große Überraschung: Bestzeit für Graham Jarvis an Offroad Tag 1!


Ebenfalls einen guten Start ins Rennen hatten die jungen Wilden. Allen voran Theodor Kabakchiev (BGR, KTM), der junge Bulgare durfte sich hinter Jarvis über die zweitschnellste Zeit des Tages freuen. Auch Michael Walkner (AUT, GAS GAS) und Trystan Hart (CAN, KTM) waren besonders stark unterwegs und fuhren mit den Plätzen drei und vier absolute Top Ergebnisse ein. Mit Sonny Goggia (ITA), Matthew Green (ZAF) und David Cyprian (CZE) landeten drei weitere Young Guns in den Top 10. Die nächste Generation ist dabei die Lücke zu den Stars zu schließen und hat heute bewiesen, dass man jetzt schon mit ihnen rechnen muss. 
 
Das mussten auch Mario Roman (ESP, Sherco) und Alfredo Gomez (ESP, GAS GAS) akzeptieren, beide haben sich für die Red Bull Romaniacs viel vorgenommen und lieferten sich den Tag über ein spannendes Duell. Im Ziel hatte Mario Roman zwar die Nase vorn, es reichte jedoch nur für den fünften Platz. Alfredo Gomez wurde sechster. Ob die Beiden ihre Erfahrung im Laufe der Rallye ausspielen können um sich vor die jungen Wilden zu schieben, müssen die nächsten Tage zeigen. Noch ist alles drin!

Silber

Die Fahrer der Silber Klasse mussten heute beweisen, dass sie den “Pivot Turn” also die Försterwende im schweren Gelände perfekt beherrschen. Ohne diese Technik waren die zahlreichen “Zick Zack” Wege kaum zu meistern. Nach dem Servicepoint wurde die Strecken dann etwas flowiger. Die lange Abfahrt ins Ziel stellte alle noch mal vor eine große Herausforderung. Der mangelnde Grip zwang einige Fahrer zum Absteigen und Schieben.  Diese Bedingungen kennt Fabien Poirot (FRA) aus Südfrankreich gut und sicherte sich den Tagessieg vor Adam Giles (AUS) und Chris Birch (NZL).

Bronze

Mit einer Renndistanz von satten 130 Kilometern stand in der Bronze Klasse die längste Renndistanz auf dem Programm. Für die nötige Abwechslung sorgte eine gute Mischung aus technischen Sektionen und schnellen Passagen. Die Strecke führte die Fahrer in die hohen Lagen der Karpaten. Die Aussicht dort oben ist atemberaubend und eines der Highlights der Red Bull Romaniacs. Matthias Walkner (AUT, KTM) hatte jedoch keine Zeit die Aussicht zu genießen, er was damit Beschäftigt den Tag zu gewinnen: “Es war ein ziemlich harter Tag und ich musste mich zunächst an die Navigation gewöhnen und meinen Rhythmus mit dem GPS finden. Einige Abfahrten und enge Singletrails haben mich und mein Rallye Bike ganz schön ans Limit gebracht.”


Leider blieb das erhoffte Duell mit Pol Tarres (AND) aus, dieser stürzte kurz nach Checkpoint 2 und musste sein Rennen vorzeitig beenden. 

Edgars Silins (LVA) und der Rumäne Marius Achim Popovici (ROU) landeten nur wenige Minuten hinter Dakar Champion Matthias Walkner auf den Plätzen zwei und drei.

89 Kilometer standen heute für die Iron Klasse auf dem Programm und hielten einen ersten Vorgeschmack der Romaniacs Auf- und Abfahrten bereit. Die Atom Klasse nutzte heute zum Teil dieselbe Route, war jedoch schon nach 84 Kilometer Renndistanz im Ziel.

Auch an Offroad Tag 2 wird wieder live von der Strecke gesendet. Die Moderatoren Craig Stone und Darryl Curtis präsentieren euch von 6:00 bis 08:00 Uhr deutscher Zeit die Action von den “Live Maniacs” Sektionen. 

Martin Freinademetz: „Der erste Offroad Tag war ein voller Erfolg, obwohl es staubig war, gab es kaum Beschwerden. Die guten Strecken müssen die Fahrer darüber hinweg getröstet haben. Wir waren alle super gespannt, wie unser neues Format “Live Maniacs” ankommen wird. Zum ersten Mal haben wir es damit geschafft, den Fans weltweit einen Einblick zu geben, was hier während der Red Bull Romaniacs wirklich los ist. Wir konnten das unglaubliche Niveau der besten Fahrer, genau wie die “Hard Enduro Madness” dahinter zeigen. Ich freue mich schon darauf, euch morgen unsere nächsten Live Maniacs Sektionen zu präsentieren.”

Fotos: Attila Szabo; Mihai Stetcu / Red Bull Content Pool

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