Jederzeit und sofort wieder! Red Bull Minas Riders: Martin and Philipp go Brazil – Teil 6

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In Belo Horizonte fand in den vergangenen Tagen die erste Ausgabe der Red Bull Minas Riders statt. Philipp Scholz und Martin „Schurl“ Lindtner waren in Brasilien dabei.

Mittwoch, 20. April 2016:

Philipp auf Position 4! Podium in Reichweite – nur noch 4 Minuten Rückstand auf Paul Bolton!

IMG-20160422-WA0006Phillip startete als Letzter der Favoriten. In der Rolle des Jägers setzte er alles und holte schnell auf. Auch eine kurze Zwangspause wegen eines Drahts im Hinterrad konnte seine Aufholjagd nicht bremsen. Als Paul in Sichtweite war, hat Philipp noch einmal alles gesetzt.  Mehr als 5 Stunden bei 100% Leistung hinterlassen aber Spuren und so konnte er nur auflaufen! Am Ende fehlten im Ziel nur 40 Sekunden auf das Podium .

IMG-20160421-WA0002Für einen Außenstehenden mag das ärgerlich klingen. Aber ganz im Gegenteil, Philipp hat bei der Red Bull Minas Riders eine höchst respektable Leistung abgeliefert und konnte mit den ganz großen Stars nicht nur mithalten sondern hat sie immer wieder eiskalt stehen lassen!

Martin: Mein letzter Tag
Ich startete mit 29 Minuten Vorsprung auf den Drittplatzierten. Wohlwissend, daß bei einer Hardenduro-Rallye immer alles passieren kann! Meine Taktik war, das Rennen schnell anzugehen, so das mein Verfolger mich nicht zu sehen bekommt und mental aufgibt .IMG-20160422-WA0005

Vom Start an ging es richtig schwer los und wir bekamen schroffe Felsen, steile und enge Abfahrten, tiefe Rinnen und hohe Absätze serviert . Ich riskierte viel und überholte schon bald den Führenden. Leider machte ich immer wieder unsanft Bekanntschaft mit den brasilianischen Felsen und Bäumen.

IMG-20160422-WA0009Am Servicepoint reichte diesmal der kleine Kundendienst nicht aus, aber mein Plan ging auf und ich konnte meinen Vorsprung auf den Drittplatzierten ausbauen.
Sofort nach den Service kam eine sehr ausgesetzte steile Abfahrt, in der sogar die Profis schieben mussten. Auf einem sehr engen Trail mit rolligen Steinen und rutschigen Steinplatten am Rande einer sehr hohen und geraden Felswand macht man besser keinen Fehler.
Ja, ich hatte großen Respekt!
Im Anschluss könnte man sich zwar nie ausruhen aber alles war machbar …..bis ich hinter einem Profi aus einem Minen-Tunnel kam. Da war eine extrem steile, etwa 50 Meter hohe Felswand, die der Profi gerade so meisterte.

IMG-20160422-WA0007Ich verfluchte Freinademetz, nahm meinen ganzen Mut zusammen und startete 3 Versuche, die immer wieder in einem spektakulären Crash endeten. Der Kamerahubschrauber kreiste bereits um mich, als ich den Drittplatzierten oberhalb der Wand auf einem Weg vorbeifahren sah. Schnell war mir klar, das Podium ist in Gefahr und das ich auf der Profispur sein musste. Also zurück durch den Tunnel; suchte, suchte und suchte bis mein Vorsprung mehr als aufgebraucht war, dann endlich kamen weitere Teilnehmer und ich beschloss zu reseten und diesen zu folgen. Gemeinsam fanden wir dann den versteckten Einstieg zur Felswand-Umfahrung für die Amateure! Ich spürte jedes Gefühl, das es gibt, gleichzeitig in mir aufsteigen und flog mit 200 % meiner Möglichkeiten die letzten Kilometer durch ein ewiges Flussbett, Dschungelpassgen und bis zum Minengipfel ins Ziel. Das wurde dann auch mit dem 2. Platz belohnt.

IMG-20160421-WA0001Resümee von Philipp :
Ein wahnsinnig tolles Event, wo mit Urlaub und Motorradfahren verbunden ist. Die Leute und Fans in Brasilien sind der Hammer, teilweise waren in einer Auffahrt knappe 1.000 Menschen, die einem zuschauen und zujubeln. Die Hitze in Belo Horizonte hat uns Fahrern am meisten zu schaffen gemacht, weil es doch technisch anspruchsvoll war und wir nach ein paar Minuten im sehr schweren Gelände schon extrem geschwitzt und körperlich schon leicht erschöpft waren.
Ich könnte das erste mal richtig fühlen, wie es ist ganz ganz vorne mit dabei zu sein, weil ich an zwei von vier Tagen Platz 2 belegt habe. Das ist ein enorm tolles Gefühl, wenn man so belohnt wird. Dass es dann am Ende so knapp wird, hätte keiner gedacht. Aber ich hab bis zum Schluss alles gegeben. Ich bin trotzdem super glücklich mit meinem Ergebnis, und würde mich freuen wenn es nächstes Jahr wieder möglich ist, auf südamerikanischen Boden so eine tolle Rallye mitzufahren.

IMG-20160422-WA0001Nach dem ganzen „Rennstress“ haben wir uns auf der Afterraceparty in einer super schönen Location richtig schön auslassen, uns unterhalten oder getanzt wie jedem gerade war. Und am Morgen war dann auch schon packen angesagt, weil wir dann mittags zum Flughafen mussten. Was gar nicht so einfach war, weil uns einiges weh tut und wir ziemlich müde vom Vorabend waren. So ging der Trip nach Belo Horizonte zu Ende – und wir sind froh dass wir ohne ganz schlimme Verletzungen heim kommen dürfen. Unser Flug war die Hölle weil er fast komplett ausgebucht war und wir nicht richtig schlafen konnten.

IMG-20160422-WA0002Resümee von Service-Mann und Motivator Thomas
Ich habe mich über Brasilien gefreut, einziger Nachteil war das man mit Englisch überhaupt nicht weitergekommen ist.
Ansonsten hatte ich die Jungs im Griff und ich konnte sie doch einigermaßen motivieren. Da es sehr heiß war, musste ich immer genügen Getränke und Suppe gegen den Salzverlust am Servicepoint haben.
Wer die Strecken in Rumänien zum Servicepunkt kennt, wird überrascht sein, was hier war. Du fährst von einer Hauptstraße ab und bist im tiefsten Dschungel, so das du denkst, es kann nicht der richtige Weg sein.

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Trotz Rally-Einsatz mit unserem gemieteten Pickup mit gefühlten 40 PS schaffte ich es immer gerade so, das ich pünktlich am Servicepunkt war. Mit mentaler Unterstützung und Reparatur kleiner Dinge konnte ich sie dann wieder auf den Weg schicken.  Mit der 20 minütigen Pause kam ich meist gut klar. Nur am Tag 1 war es sehr hektisch, nachdem Philipp seinen
Gasgriff sowie Auspuff und Gaszug demoliert hatte. Aber ich habe es mit Hilfe der Mechaniker von BH orange gerade noch so hinbekommen. Bei Martin war der Tag 4 knapp, da er alles was verbogen hat, was am Lenker zu verbiegen war. Dementsprechend sah auch sein Körper aus.
Am letzten Tag lag Philipp ab dem Servicepunkt in der Tageswertung nur knapp hinter Gomes – aber die Zeit hätte nicht gereicht, um auf Dritter der Gesamtwertung zu werden. Ich hatte Philipp noch mental gepusht und auch von zu Hause fieberten alle mit und wollten News wissen.

IMG-20160422-WA0013Leider klappte es um 42 Sekunden nicht, aber wir sind alle wahnsinnig stolz auf diese Leistung. An 2 von 4 Fahrtagen konnte Philipp Tageszweiter werden und somit einmal auf Gomez und einmal auf Jarvis Zeit gutmachen.
Alles in allem war es eine mega gelungene Veranstaltung hier in Brasilien.
Und bin froh dabei gewesen zu sein.

IMG-20160422-WA0004Martins Resümee :
Es war eine wunderschönes Abenteuer, wir hatten rund um die Uhr, in jeder Situation  maximalen Spaß dabei! Was an unseren Dauerfrösten nich zu übersehen war! Das alles so perfekt gelungen ist, lag vor allem daran, dass wir ein super Team gebildet haben.
Jeder hat seine Fähigkeiten und Möglichkeiten zu 100 % eingebracht.
Danke Philipp und Thomas: jederzeit und sofort wieder mit euch beiden!

IMG-20160422-WA0014In Brasilien kann man auch nur zum Spaß im Urlaub super Enduro fahren und jede Menge schöne Eindrücke sammeln. Auch dieses Rennen kann man sehr empfehlen, man sollte jedoch in top Form sein, um Spaß dabei zu haben!

IMG-20160422-WA0011Von uns dreien, noch vielen Dank an:
Eva Bugl von tcp xpower
Freudenberger Martin von Locki Bikes
Dr. Rainer Grosch
Ilupi
Allen die in der Vorbereitung so fleißig mit uns trainiert haben.
KINI Red Bull
KTM
BH orange
SW Reifenhandel
Abt sportsline
Gloryfy
Ortema
Airoh
Nicht zuletzt an Martin Freinademetz mit seiner Crew, die in unzähligen Stunden mit einem immensen Aufwand dieses Rennen kreiert haben.

Philipp und Martin wurden unterstützt von:

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