Dakar 2012: Erstes Podium für Barreda, Verhoeven verärgert

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Joan Barreda zeigte bei der zweiten Etappe der Dakar 2012, welches Potenzial in ihm und der Husqvarna 449 RR by Speedbrain steckt.
Hinter den beiden Topfavoriten Coma und Depres holte er bei dieser ersten schweren Etappe den dritten Platz am Tages-Podium. Pech für das Team und den jungen Spanier: In der Gesamtwertung erhielt er eine Zeitstrafe von fünf Minuten aufgebrummt, da ihm am Vortag bei starkem Wind die Stempelkarte abhanden gekommen war. Trotzdem verbesserte er sich im Gesamtranking auf Platz 5. Dasselbe „Karten-Schicksal“ ereilte auch Paulo Goncalves. Auch er fuhr eine saubere Etappe und kam als 13. ins Ziel. In der Gesamtwertung rangiert er aber wegen der gleichen Zeitstrafe ein ganzes Stück weiter hinten.

Joan Barreda: „Die ersten 170 km waren extrem schnelle Piste mit vielen Vollgas-Sequenzen. Danach kam ein Flussbett mit großen Steinen, in dem ich allerdings noch keine Überholmanöver riskierte, da das Sturzrisiko durch die Verhältnisse relativ hoch war. Ich konnte auf die vorderen Fahrer etwas auffahren und dann im letzten sandigen Teilabschnitt noch überholen und Zeit gutmachen. Der letzte Teil war physisch sehr anstrengend und glich teilweise einer Sand-MX-Strecke. Auch die Navigation war stellenweise nicht zu unterschätzen. Ich freue mich, dass ich morgen das Rennen als Dritter aufnehmen kann.“

Mechanikerstelle ab sofort zu besetzen

Aus den Ohren von Frans Verhoeven qualmte es bei der Ankunft im Biwak nach der zweiten Etappe der Dakar 2012.
Und das lag nicht an der sengenden Hitze von über 40 Grad. Verhoeven war wütend.
Auf der ersten Etappe hatte er bereits einen ICO (Entfernungsmesser) verloren, weil die Schrauben nicht richtig angezogen waren. Auf der zweiten Etappe kam es dann noch ein bisschen schlimmer. Es begann mit einer falsch eingebauten Kupplungsfeder. Diese führte dazu, dass Verhoeven bei der Einfahrt in einen Graben die Kontrolle über sein Motorrad verlor und mit dem Gesicht auf den Rallyevorbau seiner Sherco schlug. „Zähne durch meine Lippe. Die Innenseite meiner Oberlippe steht weit offen.“

Frans Verhoeven wütend bei der 2. Etappe

Danach gewann Verhoeven an Boden zu seinen direkten Konkurrenten Olivier Pain und Helder Rodriguez.  „Nur an Cyril Despres war nicht heranzukomen“ sagt Verhoeven. „Er fuhr echt am Limit“
Nach CP 1 konnte er Pain einholen und den Franzosen sogar überholen. Danach änderte sich die Strecke völlig.
„Während der erste Teil mit Vollgas gefahren wurde, gab es nach dem ersten Checkpoint viele Steine, Gruben, Gräben. Viel Springen, Drehen und Wenden. Absolut meine Terrain. Aber dann begann die ganze Front des Motorrads zu tanzen. Alles bewegte und lockerte sich. Beängstigend und echt gefährlich.“

Auf einem ruhigeren Stück konnte Frans sich bei ein paar Zuschauern, die mit einem Wohnmobil an der Strecke waren, einen 13er Schlüssel leihe und alles vorläufig befestigen. „Ein altmodischer Fahrrad-Schlüssel, aber es funktionierte. Ich war schockiert, als ich gesehen habe, das nichts ordentlich befestigt war.“
Also wieder zurück auf die Strecke und mit Schmerzen ein drittes Mal aufgeholt.
Ein paar Minuten später der nächste Schreck: zu seinem Entsetzen konnte Verhoeven nicht mehr lenken. Hin schon, aber nicht mehr zurück! Hier hatte sich eine Schraube gelöst und blockierte die Gabel. Mit einer Mutter vom Hecktank konnte Frans auch dieses Problem beheben.
Den letzten Teil der Etappe fuhr Frans mit zusammengebissenen Zähnen in der Sorge, was noch alles kommen würde. Er war mittlerweile auf Platz 29 und anderthalb Stunden zurück gefallen.

(Foto: fransverhoeven.com)

„Ich habe versucht, meine Wut in Motivation umzuwandeln, aber das Vertrauen kam nicht wieder“ Nach zwei Reparaturstops konnte Verhoven nicht auf 100% fahren.
„Ich nehme alle Risiken in Kauf und mache meine Arbeit so gut ich kann. Aber ich kann mir nicht leisten, auf der Strecke zu basteln. Das darf nicht passieren. Ich habe jegliches Vertrauen in meine Mechaniker verloren und ich haben bereits dem Team-Manager von Sherco angesagt: Ich will einen andere Mechaniker“.

Die Zusammenfassung der 2. Etappe:

Etappe 2
1. COMA Marc (ESP), KTM
2. DESPRES (FRA), KTM, 1:18 Minuten Rückstand
3. BARREDA BORT Joan (ESP), Husqvarna Rallye Team by Speedbrain, 2:33

Gesamtwertung
1. COMA Marc (ESP), KTM
2. LOPEZ (CHL), Aprilia, 2:30  Minuten Rückstand
3. DESPRES (FRA), KTM, 2:52